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Lateinkurse auf Spurensuche

Als Standort eines großen römischen Legionslagers diente die Stadt bis ins 5. Jahrhundert als Ausgangspunkt für Feldzüge gegen die Germanen. Bis zu 10.000 Römer lebten hier. „Kalkriese und die Varusschlacht sind zwar näherliegende Lernorte, die im Gesellschaftslehreunterricht immer wieder eine Rolle spielen“, so Deborah Zaus. Aber gerade der Lernort Xanten mit seinen bunten Einblicken in Kultur und Lebensweise der lateinischen Welt sei trotz der weiteren Entfernung ganz besonders interessant, so die Lehrerinnen.
Über „viele Mitmachaktionen, wie das Gießen von römischen Münzen, bei dem wir Schablonen aus Ton angefertigt und dann vor dem Ausgießen spiegelverkehrt beschriftet haben“, freute sich auch Schülerin Marieke Ronning (7. Klasse). Auch fühlten sich die Schüler ganz wie Mitglieder der römischen Gesellschaft, da sie in authentische römische Alltagskleidung von Sklaven, Senatoren, Schulkindern oder Frauen auf der Straße schlüpften konnten.
Zu Beginn der „Römischen Spiele“ haben sich die Schüler an die ihnen bereits durch den diesjährigen „Römertag an der IGS Melle“ (28.1.) bekannten Spiele erinnert, erzählt Lehrerin Luise Selige, bevor sich die Meller dann an Disziplinen wie Amphorenweitwurf machten. Bei überwiegend gutem Wetter erhielten die Gesamtschüler anschließend eine Führung durch den archäologischen Park, „die voll beeindruckend war“, so Mathis Langelage. Vom Kolosseum aus, in dem auch ein animierter Bär „Bruno“ auf die Gladiatoren wartete, ging es in einer einstündigen Parkführung durch die aufwändig rekonstruierte römische Siedlung mit ihren Lehmhäusern, der „mansio“, der Herberge mit ihrer Taverne, in der es statt Pommes und Schnitzel Oliven, Brot, Käse und Eintopf gab. „Die ganzen bunten Wandmalereien und Mosaike waren sehr faszinierend“, erzählt Amelie Herde (8.Klasse). Für eine angenehme Lebensweise (wie es sich für einen „richtigen“ Römer gehörte) scheuten die Römer auch vor zweitausend Jahren keinen Aufwand, lernten die Schüler. So wurde auch in Xanten Marmor aus Italien und Spanien entdeckt, der mühsam quer durch Europa transportiert wurde.
Wie für Noah Rassfeld war der Ausflug für die Meller Lateiner ein „abwechslungsreicher Tag mit vielen spannenden Aktionen“ und am Ende stand die Erkenntnis, dass sich römisches Leben an einem Ort wie Xanten besonders gut erfahren lässt.