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Im Gespräch mit: Matthias Seestern-Pauly

Herr Seestern-Pauly konnte die Abläufe im Alltag des Bundestags sehr gut erklären, dass es nicht schwerfiel, eine bildliche Vorstellung zu bekommen. Selbst über Themen, wie das Gehalt eines Politikers wurde sehr offen gesprochen. Als es um die Urlaubstage der Politiker ging, gab es einige verwunderte Gesichter, da Herr Seestern-Pauly erklärte, dass es keinen offiziellen Urlaub für Politiker gebe. Generell war die Vorstellung seiner Person sehr locker, nahbar und immer mit Witz verbunden, was bei den Schülerinnen und Schülern Anklang fand.
Im Anschluss wurde das erste im Unterricht behandelte Thema Bildung angesprochen und diesbezüglich eine offene Fragerunde initiiert.
Eine der Schülerinnen stellte beispielweise die Frage, ob Herr Seestern-Pauly eine gymnasiale Schulform oder eine Gesamtschule bevorzuge. Der FDP-Abgeordnete antwortete, dass man ein Kind je nach seinem schulischen Leistungsstand fördern oder fordern müsse und primär die Schule für beide Seiten ausgestattet sein solle. Damit gab er zwar keine konkrete Antwort, konnte seine Argumentation aber plausibel und transparent erklären.


Außerdem nahm der Bundestagsabgeordnete auch Stellung zu der BAföG-Thematik. Dabei würde er, wie seine ganze Partei, ein elternunabhängiges BAföG präferieren, damit jeder uneingeschränkt seinen Bildungsweg wählen und man dazu familieninterne Konflikte bei Verletzung der rechtlich vorgesehen Unterstützung ab einem gewissen Einkommen entgehen könne.
Anschließend stand durch die Medien kritisierte Lobbyismus auf der Agenda. Bei der Darlegung seiner Meinung zeigte Herr Seestern-Pauly erst Vor- und Nachteile auf und legt dann dar, dass für ihn der Lobbyismus größtenteils eine Hilfe für die Politik darstelle. Auf die Frage, ob ein sogenanntes „Lobbyregister“, in der sich die Lobbyisten eintragen müssten, das Problem der Intransparenz lösen würde, äußerte sich der Politiker kritisch, da es nach ihm immer Möglichkeiten geben würde, um unbeachtet Fachgespräche mit Abgeordneten führen zu können.


In dem Themenbereich der Demokratie wird uns die Komplexität der Entscheidungsfindung im Bundestag nähergebracht und auch zu dem Bürgerbegehren auf nationaler Ebene bezog er Stellung.
Diese sei für ihn schwierig zu verallgemeinern, da bei komplexen Themen, wie vergleichbar mit dem Brexit die Bevölkerung sich selbst eventuell schaden würde. Andererseits bei klarer Sachlage, wie beispielsweise einer Austragung von Olympischen Spielen in der Stadt, sieht der FDP-Abgeordnete kein Problem in dem Bürgerbegehren mit folgenden Bürgerentscheiden.
Bei den wirtschaftlichen Zielen ging es zuerst um den BIP, den Seestern-Pauly als „Wohlstandsmessung“ ansieht. Danach erklärt er anschaulich an dem Beispiel Hartz IV, dass er gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen sei.


Zum Ende hin war sich der Familienvater aber auch nicht zu schade, noch Fragen bezüglich der möglichen Cannabis-Legalisierung, der Situation mit der AfD in der Opposition und dem Versäumen der Jamaika-Regierung zu beantworten.
Abschließend war die Schnellfragerunde ein schöner Ausklang, indem der Bundestagsabgeordnete alltägliche oder freizeitliche Fragen in lockerer Atmosphäre beantwortete und so den absolut gelungenen Besuch abrundete.
Insgesamt merkte man manchmal auch, dass er bewusst Themen seiner eigenen Partei hervorhob und detaillierte Fragen gekonnt umging.
Zuletzt möchten wir uns bei Matthias Seestern-Pauly für seine Zeit, die er sich trotz seines engen Terminkalenders genommen hat, seine Offenheit und das spürbare Interesse, Jugendlichen Politik zu vermitteln, bedanken. Darüber hinaus wollen wir auch unseren Fachlehrer, Herrn Martinat hervorheben, der den Besuch überhaupt erst möglich machte.