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Ausstellung “Melancholia” in der Dominikanerkirche Osnabrück

Technik- und Kulturklasse 6 besuchen die  Ausstellung  „Melancholia“ in der Dominikanerkirche Osnabrück im März 2013
Der in Berlin lebende griechische Künstler Dimitris Tzamouranis stellt im Frühjahr in der Kunsthalle Dominikanerkirche unter dem Titel „Melancholia“ etwa 50 großformatige Gemälde aus. Da im 6. Schuljahr u. a. das Bild des Menschen einen Schwerpunkt bildet und der Künstler zudem in der Manier der alten Meister malt, besuchten die Technikklasse und die Kulturklasse an zwei Schultagen diese Ausstellung in Osnabrück.
Beide Klassen wurden sehr herzlich von Christel Schulte, Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Osnabrück in den Bereichen Kuratierung und Bildung+Kommunikation, sowie von SchülerInnen der BBS Melle begrüßt. Für das Projekt „Schüler führen Schüler“ hatten die BBS-SchülerInnen im Rahmen des Kunstunterrichtes unter der Leitung von Gerhard Schengber und Christel Schulte sich mit dem Werk Tzamouranis vertraut gemacht und moderne museumspädagogische Herangehensweisen erarbeitet. Die Technik- und die Kulturklasse erwartete ein abwechslungsreicher und aktionsgeladener Rundgang durch die Ausstellung.
Zunächst verschafften sich kleinere Schülergruppen einen ersten Eindruck von den präsentierten Bil-dern. Danach wurden im Hauptschiff einige der Hauptwerke der Ausstellung intensiver betrachtet.

Typisch für die Gemälde des griechischen Künst-lers sind große bühnenbildartige Szenen, die er mit Menschen meist aus seiner Umgebung, aus seiner Familie, aus seinem Freundeskreis bevöl-kert. So konnten einige Gesichter auf verschie-denen Gemälden und in unterschiedlichen Situa-tionen wiedergefunden werden. Die Klassen waren sehr beeindruckt von der realistischen Wirkung der Porträts und der Ausstrahlung der gemalten Gesichter.
Besonders imposant war der aufgeklappte Flügelaltar, in dessen Mitteltafel sich das Bild „Die Nacht“ befand. Entstanden ist das Gemälde 2010, Tzamouranis malte es mit Ölfarben auf eine Leinwand mit den Maßen 270 x 390 cm. Die Tafeln daneben und darunter zeigten ebenfalls großformatige Personen in unterschiedlicher Kleidung und Körperhaltung.

 Nach eingehender Betrachtung wurden die Schüler aufgefordert, sich als „Standbild“ auf die vorberei-teten Decken zu legen und für etwa eine Minute die Position einzunehmen und zu erfühlen.
  
Auch vor anderen Bildern fand eine aktive Aneignung des Inhaltes statt. Schnell war die Verbindung zu Leonardo Da Vincis Gemälde „Das letzte Abendmahl“ hergestellt. Im intensiven Gespräch mit den BBS-Schülern fanden die Kleingruppen heraus, warum die Ausstellung den Titel „Melancholia“ trägt: Ein Blick in die Gesichter der Akteure auf dem Gemälde genügte.
 
Dimitris Tzamouranis, „Dancers“, 2010, Öl auf Leinwand, 260 x 390 cm
Besonders faszinierte die IGS-Schüler aber auch die großartige Detailgenauigkeit bei der Wiedergabe von Oberflächen. Fast meinte man, die Teppichfasern oder die Glätte des Holztisches erfühlen zu können. Hier und vor anderen Gemälden durfte wieder ein eigenes Standbild nachgebaut werden. Die SchülerInnen nahmen wertvolle ganzkörperliche Erfahrung des Bildaufbaus und der schwierigen Po-sen, die die Modelle des Malers hatten einnehmen und aushalten müssen, mit.
  
Natürlich gehörte auch eine praktische Annäherung zum museumspädagogischen Ansatz der BBS-SchülerInnen. Mit Ölpastellkreiden konnten die Sechstklässler ein für sie wichtiges Detail des Gemäl-des „Exit“ aus dem Jahr 2012 darstellen.
  
Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die IGS-SchülerInnen für die gelungene Führung.

Einige der ausgestellten Gemälde werden auf der Homepage der Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück gezeigt.